Meinem Traum ein Stück näher: Segeln lernen

Meinem Traum ein Stück näher: Segeln lernen

„Eine Widmung an zwei liebe Freunde, die mich dazu ermutigt haben meinen Traum nicht aus den Augen zu verlieren und endlich mit dem Segeln zu beginnen.“

Ich kenne wirklich niemanden, der einfach so an einem Hafen vorbeiläuft und nicht fasziniert ist. Marinas ziehen einen ganz automatisch in ihren Bann und versprühen irgendwie auch ihren eigenen Charme.

Auch mir ging es so: Als Mensch, der sich in der Nähe von Wasser bzw. dem Meer ohnehin am wohlsten fühlt, üben die dort liegenden Yachten eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Lange Zeit habe ich ehrfürchtig die vielen Seile (von denen ich inzwischen weiß, dass sie Schoten heißen :D) und die hohen Masten bestaunt.

„Wie kompliziert das sein muss“, schoss mir immer wieder beim Anblick der Yachten durch den Kopf. Die Faszination blieb und irgendwie fühlte ich mich über die Zeit hinweg immer mehr zu Schiffen und allem, was dazu gehört, hingezogen.

Ein toller Zufall, dass wir 2023 eine Saisonbeschäftigung an der Ostsee aufgenommen haben, bei der der Arbeitsort nur unweit von Rostock entfernt war, wo seit Jahren immer wieder die HanseSail stattfindet. Also überredete ich Georg, dass wir am Abend nach getaner Arbeit nach Rostock aufbrechen, um uns Schiffe am Warnowufer anzuschauen.

Beeindruckt stand ich vor den hübschen Traditionsseglern, einer größer als der andere. Und da wusste ich: Ich will – nein, ich MUSS – Segeln lernen – denn irgendwann möchte auch ich einmal auf einem Segelschiff leben!

Seit diesem Tag bin ich der festen Überzeugung, dass dies irgendwann der Fall sein wird. Aber wie das schließlich im Alltagstrott ist, so rücken Träume zwischen den ganzen Verpflichtungen wieder in den Hintergrund, auch wenn sie nicht ganz verschwinden. Zwar fragte ich noch in diesem Jahr bei Segelschulen an, stellte aber schnell fest, dass sich das mit den vielen Stunden Arbeit im Saisongeschäft auf einem Campingplatz an der Ostsee nicht unbedingt gut vereinen lässt. Entweder sind Angebote nur auf Tourismus in den Sommermonaten ausgelegt und nicht nach Feierabend verfügbar, oder aber die Saison ist schon beendet (sie ist ohnehin nicht besonders lang an der Ostsee).

Wieder gingen wir nach der Arbeitssaison auf Reisen und ein großes Sonderbudget für einen Segelschein wäre jetzt ohnehin nicht vorhanden. Also wieder aufgeschoben. Immer wenn mein Traum mal zur Sprache kam, belächelte man mich und winkte ab. Ernst nahm mich niemand so wirklich und so kam es auch mir immer unrealistischer vor, dass das irgendwann Realität wird. Bis auf eine Person, die wir im Sommer 2024 im galicischen Pedrafiguera kennenlernten. Ich erzählte mal wieder von meinem „verrückten“ Traum, irgendwann auf einem Segelschiff zu leben und die Welt zu umsegeln, dass mir dazu allerdings noch das Können fehlt, ich aber fest entschlossen bin, irgendwann den Segelschein zu machen. Ich rechnete schon fast mit der gewohnten Reaktion, nicht ernstgenommen, sondern belächelt zu werden. Zumal diese Person fast doppelt so alt ist wie ich und wesentlich mehr Lebenserfahrung hat.

Stattdessen passierte etwas Besonderes: Mit entschlossenem Blick sah mich unser inzwischen lieb gewonnener Freund an und sagte, dass er das für einen tollen Plan hält und fest an mich glaubt. Er bestärkt mich und erzählt, dass auch er früher mit seiner Frau segeln war und auch er vorher keine Ahnung hatte, wie das alles funktioniert. Er glaubt, wenn ich das wirklich will, dass ich das auch schaffen kann. Für eine „Macherin“ hält er mich.

Ich freue mich, einen Freund gewonnen zu haben, der schon nach kurzer Zeit so fest an mich glaubt, und schließe diesen Menschen (nicht nur deswegen) fest in mein Herz. Seitdem haben wir ihn und seine ebenso wundervolle Frau noch dreimal getroffen, immer am selben Stellplatz, und zuletzt im Sommer 2026 ein paar wunderschöne Wochen gemeinsam in Pedrafiguera verbracht.

Überglücklich über diesen Support habe ich meinen Herzenswunsch, Seglerin zu werden, nicht vergessen und mich noch von Spanien aus im Juli 2026 online für den SBF See & Binnen angemeldet. Der Sportbootführerschein ist verpflichtend, wenn ich motorisierte Segelschiffe in internationalen Gewässern innerhalb der 3‑Meilen-Grenze zur Küste führen möchte. Dieser ist umfangreicher, als ich dachte, und ich lerne noch immer für die Prüfung.

Aber ich nutzte die Motivation und habe Georg und mich im September 2026 endlich zu einem Segelgrundkurs angemeldet, um endlich herauszufinden, ob Segeln das ist, was mein Herz erfüllt. Nach fünf Tagen mit einem unglaublich geduldigen Segellehrer, einigen Patenthalsen auf unserer Schuljolle und einer bestandenen Prüfung sind wir jedenfalls angefixt. Aus dem Traum, irgendwann einmal auf einem Segelschiff zu leben, ist damit zwar noch lange kein konkreter Plan geworden. Aber wir haben endlich angefangen. Im Frühjahr soll es mit dem Segelschein Yacht weitergehen – und diesmal hoffentlich, ohne dass wieder drei Jahre dazwischenliegen. 😉

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